Die Zitterspinne ist die zierliche, extrem langbeinige Spinne, die kopfüber in den Zimmerecken hängt – und wenn man sie stört, ihr Netz in wildes Zittern versetzt. Oft wird sie auch Kellerspinne genannt, ist für Menschen völlig harmlos und sogar ein nützlicher Jäger. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du Zitter- und Kellerspinne erkennst, auseinanderhältst und was du tun kannst, wenn du sie nicht im Haus haben möchtest.

- Was ist eine Zitterspinne?
- Zitterspinne oder Kellerspinne – wo ist der Unterschied?
- So erkennst du die Zitterspinne
- Vorsicht Verwechslung: Zitterspinne und Weberknecht
- Ist die Zitterspinne giftig oder gefährlich?
- Die Zitterspinne als heimlicher Nützling
- Was tun, wenn man die Zitterspinne nicht im Haus haben möchte?
- Fazit: Zart, nützlich und völlig harmlos
- Häufige Fragen zu Zitter- und Kellerspinne
Was ist eine Zitterspinne?
Fast jeder hat sie schon einmal gesehen: die zarte, fast filigrane Spinne mit den unglaublich langen, dünnen Beinen, die regungslos kopfüber in einer Zimmerecke hängt. Das ist die Zitterspinne (Pholcus phalangioides). Ihren Namen verdankt sie einem ungewöhnlichen Verhalten: Fühlt sie sich bedroht, beginnt sie, ihren Körper blitzschnell in ihrem Netz hin- und herzuschwingen, sodass sie zu einem verschwommenen, zitternden Fleck wird. Diese Taktik soll Fressfeinde verwirren.
Die Zitterspinne gehört zu den häufigsten Spinnen in deutschen Wohnungen und Kellern. Sie ist wärmeliebend und lebt deshalb fast ausschließlich in Innenräumen – das ganze Jahr über. Trotz ihres etwas unheimlichen Anblicks ist sie absolut harmlos und sogar ausgesprochen nützlich.
Zitterspinne oder Kellerspinne – wo ist der Unterschied?
Hier sorgt die Umgangssprache für Verwirrung, deshalb klären wir das einmal sauber: „Zitterspinne” und „Kellerspinne” werden im Alltag oft für ein und dasselbe Tier verwendet. Weil die Zitterspinne so häufig in Kellern vorkommt, nennen viele Menschen sie schlicht Kellerspinne.
Streng genommen ist das aber nicht ganz korrekt. Die langbeinige Spinne, die kopfüber in der Ecke hängt, ist die Zitterspinne. Daneben gibt es auch andere Arten, die echte Keller bewohnen und mitunter ebenfalls als Kellerspinne bezeichnet werden. Für den Alltag kannst du dir merken: Wenn du die zierliche Spinne mit den extrem langen Beinen kopfüber im Netz siehst, ist es eine Zitterspinne – egal, ob sie im Wohnzimmer oder im Keller hängt. Eine harmlose Spinne ist es in jedem Fall.

So erkennst du die Zitterspinne
Die Zitterspinne ist durch ihre Proportionen recht leicht zu identifizieren. Die folgende Übersicht hilft dir dabei.
| Merkmal | Zitterspinne |
|---|---|
| Körperlänge | nur 7–10 mm |
| Beine | extrem lang und dünn, bis 5 cm Spannweite |
| Farbe | blassgelb bis hellgrau, fast durchscheinend |
| Netz | unordentliches, unregelmäßiges Gespinst in Ecken |
| Haltung | hängt kopfüber im Netz |
| Verhalten | „zittert” bei Störung im Netz |
| Lebensraum | Zimmerecken, Keller, Garagen, ganzjährig |
Der größte Unterschied zu anderen Hausspinnen ist das Verhältnis von winzigem Körper zu überlangen Beinen. Während etwa die Hauswinkelspinne kräftig und massig wirkt, ist die Zitterspinne fast zerbrechlich zart.
Vorsicht Verwechslung: Zitterspinne und Weberknecht
Sehr häufig wird die Zitterspinne mit dem Weberknecht verwechselt – auch „Schneider” oder „Kanker” genannt –, weil beide extrem lange, dünne Beine haben. Es gibt aber einen klaren Unterschied: Der Weberknecht hat einen einzigen, ungeteilten, rundlichen Körper und baut gar kein Netz. Er läuft frei über Wände und Böden. Die Zitterspinne dagegen hat einen klar zweigeteilten Körper und hängt immer in ihrem Netz.
Beide sind übrigens völlig harmlos. Einen Überblick über die weiteren heimischen Arten und ihre Merkmale findest du in unserem Artikel Spinnenarten in Deutschland.

Ist die Zitterspinne giftig oder gefährlich?
Diese Frage taucht immer wieder auf, oft im Zusammenhang mit einem hartnäckigen Internet-Mythos, die Zitterspinne sei „eine der giftigsten Spinnen der Welt”, könne den Menschen aber nicht durchbeißen. Das ist schlicht falsch. Die Zitterspinne ist für den Menschen völlig ungefährlich.
Zwar besitzt sie wie nahezu alle Spinnen Giftdrüsen, um ihre Beute zu lähmen. Ihr Gift ist jedoch schwach und für uns ohne Bedeutung, und ihre winzigen Mundwerkzeuge spielen im Alltag keine Rolle. Es gibt keine belastbaren Berichte über medizinisch relevante Bisse beim Menschen. Welche heimischen Arten überhaupt nennenswert „giftig” sind, ordnen wir im Beitrag giftige Spinnen in Deutschland ein – die Zitterspinne gehört nicht dazu.
Die Zitterspinne als heimlicher Nützling
Was viele nicht wissen: Die zarte Zitterspinne ist eine überraschend effektive Jägerin. Sie erbeutet nicht nur Mücken, Fliegen und andere Insekten, sondern macht sogar Jagd auf andere Spinnen – einschließlich solcher, die deutlich größer sind als sie selbst. Mit ihren langen Beinen wirft sie blitzschnell Spinnseide über ihre Beute.
Das macht sie zu einem nützlichen Mitbewohner: Wo Zitterspinnen leben, halten sie andere Insekten und Spinnen in Schach. Aus diesem Grund spricht ökologisch viel dafür, ein paar von ihnen einfach in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen.
Was tun, wenn man die Zitterspinne nicht im Haus haben möchte?
So nützlich sie ist – die vielen Netze in den Ecken stören manche Menschen, und das ist nachvollziehbar. Wenn du Zitterspinnen loswerden und reduzieren möchtest, gibt es schonende und vorbeugende Wege.
Einzelne Tiere fängst du am besten mit einem Glas und einem Stück Pappe ein und setzt sie nach draußen, wie unter Spinne im Glas fangen beschrieben. Die Netze lassen sich regelmäßig mit dem Staubsauger oder einem Besen entfernen – tust du das konsequent, verlieren die Spinnen mit der Zeit das Interesse an dem Standort. Wer dauerhaft vorbeugen möchte, behandelt typische Eintritts- und Sitzstellen wie Fenster, Ecken und Kellerzugänge mit dem Patronus Anti-Spinnen-Spray. Weitere Mittel findest du in unserer Kategorie zur Spinnenabwehr. Allgemeine Tipps haben wir dir außerdem unter was hilft gegen Spinnen zusammengestellt.
Mein Tipp aus der Praxis: Zitterspinnen kehren gern an denselben Platz zurück. Wer ihre Netze nur einmal entfernt, hat schnell wieder welche da. Der Trick ist Konsequenz: Wenn du die typischen Ecken regelmäßig absaugst und vorbeugend behandelst, siedeln sie sich gar nicht erst dauerhaft an.
Fazit: Zart, nützlich und völlig harmlos
Die Zitterspinne – ob man sie nun Zitterspinne oder Kellerspinne nennt – ist eine der häufigsten und zugleich harmlosesten Spinnen in unseren Wohnungen. Sie ist nicht gefährlich, der Mythos von ihrem „tödlichen Gift” ist frei erfunden, und tatsächlich leistet sie als Jägerin anderer Insekten und Spinnen sogar nützliche Arbeit. Wer mit den Netzen in den Ecken leben kann, hat einen unkomplizierten Untermieter. Und wer sie lieber loswird, erreicht das am besten mit Glas, Staubsauger und gezielter Vorbeugung – ganz ohne Angst.
Häufige Fragen zu Zitter- und Kellerspinne
Ist die Zitterspinne giftig oder gefährlich? Nein. Die Zitterspinne ist für den Menschen völlig ungefährlich. Der weit verbreitete Mythos, sie sei extrem giftig, könne aber nicht durchbeißen, ist falsch. Ihr Gift ist schwach und im Alltag bedeutungslos.
Ist die Zitterspinne dasselbe wie die Kellerspinne? Im Alltag werden beide Begriffe meist synonym verwendet, weil die Zitterspinne sehr häufig in Kellern vorkommt. Streng genommen ist die langbeinige Spinne, die kopfüber im Netz hängt, die Zitterspinne. In jedem Fall handelt es sich um eine harmlose Art.
Wie unterscheide ich Zitterspinne und Weberknecht? Die Zitterspinne hat einen zweigeteilten Körper und hängt immer in ihrem Netz. Der Weberknecht hat einen einzigen runden Körper, baut kein Netz und läuft frei umher. Beide sind harmlos.
Warum zittert die Zitterspinne? Bei Gefahr versetzt die Zitterspinne ihren Körper in schnelle, schwingende Bewegungen, sodass sie im Netz zu einem verschwommenen Fleck wird. Dieses Verhalten soll Fressfeinde verwirren und abschrecken.
Wie werde ich Zitterspinnen wieder los? Fange einzelne Tiere mit einem Glas ein und setze sie nach draußen. Entferne die Netze regelmäßig mit Staubsauger oder Besen und behandle typische Ecken und Eintrittsstellen vorbeugend mit einem Anti-Spinnen-Spray, damit sich die Spinnen nicht erneut ansiedeln.
Autor dieser Beiträge
berndt@patronus.shop
Gründer von Patronus
"Stell dir vor, du hättest einen Helfer an deiner Seite, der alltägliche Probleme für dich löst, Krankheiten abwendet und sich schützend vor dich stellt, wenn du dich am meisten fürchtest oder ekelst. Wäre das Leben dann nicht deutlich entspannter und sicherer? Weil wir der festen Überzeugung sind, dass jedes Lebewesen dieser Erde einen solchen Beschützer verdient, haben wir zum Wohl aller die Marke Patronus gegründet."
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